„Ich kenne nichts auf der Welt, das eine solche Macht hat, wie das Wort. Manchmal schreibe ich eines auf und sehe es an, bis es beginnt zu leuchten.“ (Emily Dickinson)

Sommer 2024. Ich bin am Schreiben, vertieft in ein neues Projekt, von dem ich noch nicht weiß, wohin es führen wird. Gerade habe ich einen Essay zum Thema KI, Künstliche Intelligenz gelesen. Ich frage mich, ob Chat GPI und andere energiefressende artifizielle Assistenzen Worte zum Leuchten bringen können, so wie Emily Dickinson es über ihre Dichtung sagte.
Die Welt ist im Umbruch, rundherum sieht es wenig rosig aus. Kriege, gespaltene Gesellschaften, Radikalisierungen politischer, religiöser, nationalistischer Art, Tod und Terror, fortgesetzte Umweltzerstörung und Ausbeutung. Eine andere Welt als das, was wir gerade sehen und erleben, ist nicht nur möglich, sondern existiert, davon bin ich überzeugt, manchmal können Worte, Erzählungen, Gedichte solche alternativen Welten aufleuchten lassen. Darin liegt ihre Macht und die Macht der Literatur und Kunst: Beispiel zu geben und die Vorstellung anzuregen. What can be imagined, can be achieved, lautete der Werbeslogang einer IT-Company um die Jahrtausendwende; kein schlechter Spruch. Man kann sich immer entscheiden, was man sich vorstellen möchte. Imagine all the people / Living life in peace / Yoo-hoo, ooh-ooh, zum Beispiel. Und Yoo-hoo-ooh-ooh‘en kann die KI aus eigenem Antrieb sicher nicht.