WILDEPROSA, das sind Erzählungen und Prosatexte, kurze und längere Geschichten. Auch Fragmente von Geschichten, Erzählmomente, die vom Leser, der Leserin weitergesponnen werden dürfen. Wild, nicht im Sinne von chaotisch, laut, bedrohlich, sondern eher wie wild wachsende Blumen und Kräuter. Eine andere Wildnis, leise, ausdauernd und geduldig.

„Wildnis ist kein Zustand der Unordnung, sondern eine Verfassung, deren Ordnung nicht von außen auferlegt wurde.“ *

Lesen und Schreiben als Dialog, als Formen von Kommunikation. Mich interessiert es, Geschichten zu erzählen, die Raum lassen für eigene Bilder und verstehbar sind wie Spiele. Mich interessiert das Unausgesprochene, alles, was zwischen uns ist, Alltagssituationen und deren Verlangsamung. Andere Blickwinkel. Die Perspektive des Gegenübers.

„Prosa ist ein Dahinwellen von Spannung und Entspannung, von dichten und dann wieder leeren Orten, von Episoden unterschiedlichen Wertes und unterschiedlicher Temperatur.“ (Ryszard Kapuściński)

Prägende Einflüsse waren und sind, die Beschäftigung mit dem Schreiben von Gertrude Stein, den Ideen John Cages, den Theorien der Postmoderne und der Feministischen Theorie, der (weiblichen) Performancekunst seit den 1970er Jahren, der Systemtheorie. Überhaupt eine Präferenz systemischer Weltbilder. Und vor allem: die Begegnung mit Menschen. …das ist jetzt eine vollkommen unvollständige Aufzählung.

„Sommersprossen sind auch Gesichtspunkte.“ (Hannah Arendt)

Über mich Sela Miller - Foto: I. Berr
Ich bin geboren 1967, wohne und arbeite in München und auf dem Land bei Tutzing. Während und nach dem Studium (Theaterwissenschaft, Soziologie, Amerikanistik) Beschäftigung an verschiedenen Theatern, später eigenständige Kunst- und Literaturprojekte für den öffentlichen Raum und Leseperformances. Veröffentlichung meiner Prosatexte in Zeitschriften, Weblogs, Ausstellungskatalogen, projektbegleitenden Editionen. Beim müry salzmann Verlag erschien im Frühjahr 2017 das Buch „Rose fährt Rennrad“.