Wilde Prosa, das sind Erzählungen und Prosatexte, kurze und längere Geschichten. Auch Fragmente von Geschichten, Erzählmomente, die vom Leser, der Leserin weitergesponnen werden dürfen. Wild, nicht im Sinne von chaotisch, laut, bedrohlich, sondern eher wie wild wachsende Blumen und Kräuter. Eine andere Wildnis, leise, ausdauernd und geduldig.

„Wildnis ist kein Zustand der Unordnung, sondern eine Verfassung, deren Ordnung nicht von außen auferlegt wurde.“ – „Wildness is not a state of disorder, but a condition whose order is not imposed from the outside.“ (wildethics.com)

Lesen und Schreiben als Dialog, als Formen von Kommunikation. Mich interessiert es, Geschichten zu erzählen, die Raum lassen für eigene Bilder und verstehbar sind wie Spiele. Mich interessiert das Unausgesprochene, alles, was zwischen uns ist, Alltagssituationen und deren Verlangsamung. Andere Blickwinkel. Die Perspektive des Gegenübers.

„Prosa ist ein Dahinwellen von Spannung und Entspannung, von dichten und dann wieder leeren Orten, von Episoden unterschiedlichen Wertes und unterschiedlicher Temperatur.“ (Ryszard Kapuściński)

Was zwischen den Zeilen und Wörtern geschieht. Texte kommunizieren direkt mit dem Unterbewussten und vermutlich sogar mit dem Immunsystem des Menschen, der sie liest und/oder hört. Diesen unausgesprochenen und immateriellen Aspekten des Schreibens und der Literatur gilt mein forschendes und künstlerisches Interesse.